Training mit Düften in der Therapie von Riechstörungen
Riechstörungen können das Leben stark beeinträchtigen und sind medikamentös gegenwärtig nur begrenzt therapierbar. In verschiedenen Untersuchungen wurden jedoch gute Erfolge mit einem Training durch Duftstoffe erzielt. Unter diesem konsequenten Riechtraining konnte nach 4-6 Monaten in verschiedenen Patientengruppen eine deutliche Besserung der Riechstörung im Vergleich zu Patientengruppen ohne Training beobachtet werden, so dass dieser Ansatz inzwischen Eingang in die Therapieempfehlungen gefunden hat. Auch spezifische Anosmien sind durch Exposition zu Düften sehr gut behebbar. Neben dem therapeutischen Einsatz konnten wir ebenfalls positive Effekte bei Personen ohne Riechstörung beobachten. So steigern Kinder durch regelmäßiges Training ihre Riechleistung, und ältere Menschen wirken einer Verschlechterung des Riechvermögens entgegen. Als Nebeneffekte sind eine signifikante Stimmungsverbesserung und Hinweise auf eine Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit zu nennen, was insgesamt für eine breitere Anwendung des Trainings mit Düften als Therapieansatz spricht.

PD Dr. med. Antje Hähner